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Solidarität in der Krise!

Copyright: bilderbox.at

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Spanische Schlosser boykottieren Zwangsräumungen! Immer mehr Menschen in Spanien sind von Zwangsräumungen betroffen, über 350.000 seit Beginn der Wirtschaftskrise 2008. Zwei Millionen Kinder leben unter der Armutsgrenze. In den ersten neun Monaten des Vorjahres wurden in ganz Spanien 67.537 Zwangsräumungen angeordnet, was einen Anstieg um 18,3% gegenüber 2011 bedeutet. Bei einer Arbeitslosenrate von 26,6%, bei Jugendlichen sogar 56,5%, und fehlenden Einkommen ist es nicht überraschend, dass Zahlungen und Kredite nicht mehr geleistet werden können. 

ZWANGSRÄUMUNGEN VERHINDERN
Genug ist genug. Pamplonas Berufsverband (Asamblea de profesionales de Cerrajería de Pamplona/Iruña) beschloss auf seiner Bundesversammlung einstimmig, keine Türschlösser mehr auszutauschen, um damit die Polizei bei Zwangsräumungen zu unterstützen. Bilder alter, kranker Menschen, die hastig ihre Wohnungen verlassen oder weinende Familien, die mit aller Kraft ihr Heim verteidigen wollen, sind keine Seltenheit mehr in Spanien. Genauso wenig die Proteste gegen Delogierungen. „Etwas im Fernsehen zu sehen ist anders als dabei zu sein“, erzählt der Sprecher der Schlosservereinigung von Pamplona Iker de Carlos. „Wir wissen, dass wir damit keine Revolution auslösen, aber wir wollen, dass die Gesellschaft Navarras zu überlegen beginnt, wie diese unfaire Situation gelöst werden kann.“

SCHULDENBERG
Wenn eine Bank wegen nicht bezahlter Kredite, beschließt eine Wohnung räumen zu lassen, kommt die Polizei und vertreibt die BewohnerInnen. Währenddessen werden die Türschlösser ausgetauscht und der neue Wohnungs- oder Hausschlüssel der Bank übergeben. Zur Zeit des Immobilienbooms war es kein Problem, ein Darlehen bis in der Höhe des Schätzwertes der Immobilie zu bekommen. Doch die Schätzwerte der Wohnungen sanken enorm, weil hunderttausende neugebaute Wohnungen leer stehen. Wer also nach der Zwangsräumung keine/n Käufer/in fi ndet muss nach spanischem Hypothekengesetz sein Haus um die Hälfte des Rufwertes an die Bank zurückgeben und sitzt noch immer auf einem riesigen Schuldenberg. Die Angst vor Delogierung und Schulden trieb einige Menschen sogar schon in den Selbstmord.

VEREINIGTE PROTESTE
Solidarisiert hat sich auch der spanienweite Berufsverband der Schlosser, die UCES (Unión de Cerrajeros de Seguridad), der rund 300 Firmen und 2.000 Schlosser angehören. Sie sprechen sich gegen Zwangsräumungen bei extremen Härtefällen aus. „Als Schlosser und als Menschen haben wir ein Gewissen und das sagt uns, dass wir an solchen Handlungen nicht teilhaben können“, meint David Ormaechea, Präsident der Vereinigung. Nach Protesten, die Anfang Februar vom Verband der Delogierten in ganz Spanien organisiert wurden und sich immer mehr ausweiten, lenkte die konservative Regierung Rajoys ein. Eine Gesetzesreform erlaubt keine Zwangsdelogierungen mehr, wenn alleinerziehende Eltern mit mindestens zwei Kindern, Familien mit mehr als vier Kindern oder mit einem Kleinkind unter drei Jahren betroffen sind.

PETITION
Der Verband der Delogierten will mehr. Mit einer Petition, die bereits über eine Million Menschen unterschrieben haben, fordern sie nach dem Vorbild der USA, dass mit der Rückgabe der Immobilie die Gesamtschulden bei der Bank beglichen sind. KreditnehmerInnen in Spanien verlieren nämlich Wohnung oder Haus und müssen dennoch für die Hypothek aufkommen. Die Petition wurde bereits im Parlament zugelassen, jetzt liegt es an den Abgeordneten, bessere Gesetze einzuführen, um solche ungerechten Situationen nicht mehr Realität werden zu lassen.

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