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Her mit der Ausbildungsqualität!

Her mit der Ausbildungsqualität!

Her mit der Ausbildungsqualität!

Es ist in Mode gekommen, neue Ideen zur Lehrausbildung zu präsentieren. Erst kürzlich schlug der Präsident der Wirtschaftskammer, Dr. Christoph Leitl, seine neueste Idee vor, um dem heraufbeschworenen Fachkräftemangel entgegenzuwirken. In Zukunft sollen AHS MaturantInnen und StudienabbrecherInnen eine Expresslehre absolvieren, um ins Arbeitsleben einsteigen zu können.

Zu oft werden bei der Debatte um die Zukunft der Lehrausbildung nur Superlative und leere Floskeln verwendet. Anstatt sich die Fakten anzusehen und die tatsächlichen Probleme zu bearbeiten, werden immer neue Möglichkeiten gesucht, um junge Menschen möglichst günstig zu beschäftigen. Es braucht dabei aber mehr als nur ein Lippenbekenntnis der heimischen Wirtschaft. Wurden im Jahr 1990 noch 145.516 Lehrlinge in den heimischen Betrieben ausgebildet, sind es zwanzig Jahre später nur mehr 128.078 Personen. Dies bedeutet einen Rückgang um 17.438 Personen. Da nützt es auch nichts, der demographischen Entwicklung – also dem Geburtenrückgang – die Schuld zu geben. Vielmehr muss die duale Ausbildung weiterentwickelt werden.

BETRIEBE STÄRKER IN DIE PFLICHT NEHMEN
Aktuellen Studien zufolge, bilden nur mehr 20 % oder 36.640 Mitgliedsbetriebe der Wirtschaftskammer Lehrlinge aus. Da haben alle Änderungen der gesetzlichen Grundlagen für die Lehrausbildung zugunsten der Wirtschaft keinen positiven Effekt gebracht. Auch die Schaffung einer 152 Millionen Euro schweren Lehrstellenförderung konnte keine Steigerung der Lehrlingszahlen herbeiführen. Ganz im Gegenteil, die Betriebe finden immer neue Gründe warum sie keine Lehrlinge ausbilden können. Waren es früher die Kosten, dominiert mittlerweile das Argument, dass die Jugendlichen aus der Pflichtschule kommen und nicht sinnerfassend lesen oder rechnen können, die Diskussion. All das sind nur Ausreden, um bereits gut ausgebildete BMHS AbsolventInnen in ein Lehrverhältnis drängen zu können und ihnen somit viel Geld vorzuenthalten. Dass dies bildungspolitischer Schwachsinn und eine Vergeudung von Ressourcen ist, braucht wohl nicht erwähnt werden.

STEIGERUNG DER AUSBILDUNGSQUALITÄT
Nach wie vor wird die Lehrstellenförderung (152 Millionen Euro) ohne jegliche Bindung an die Ausbildungsqualität nach dem Gießkannenprinzip an die Betriebe vergeben. Statt der „Gießkanne“ braucht es ein Fördersystem, welches ausschließlich qualitativ hochwertige Ausbildung belohnt. Es ist dringend notwendig, ein Fördersystem einzurichten, das sich an Benchmarks (Teilprüfungen, Erfolgsquote bei der Lehrabschlussprüfung, Ausbildungsdokumentation, Ausbildung der AusbilderInnen…) orientiert. Weiters braucht es eine Fachkräftemilliarde, die von allen Betrieben finanziert wird. Damit könnten sowohl die betriebliche Ausbildung unterstützt, als auch die überbetriebliche finanziert werden. In der Folge würden auch der Staat und vor allem das Arbeitsmarktservice entlastet werden.

IN ZUKUNFT KREATIVERUm für die zukünftigen Lehrlinge eine attraktive Ausbildung gewährleisten zu können, müssen die Inhalte der Lehrausbildung in Richtung Fremdsprachen und soziale Kompetenz weiterentwickelt werden. Auch finanzielle Anreize, wie die gänzliche Übernahme der Internatskosten durch die Betriebe und höhere Lehrlingsentschädigungen, sind notwendig.

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