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Praktikum: 50 Stunden die Woche für einen Hungerlohn arbeiten? Nicht mit uns!

Protest

Viele SchülerInnen und Studierende arbeiten neben ihrer Ausbildung oder in den Ferien. Das an sich ist nicht weiter ungewöhnlich, doch seit einigen Jahren gibt es den Trend zur „Gratisarbeit“. Die eigentlich normalste Sache der Welt, nämlich arbeiten um Geld zu verdienen, wird zunehmend zu einer „Ehre“, die für sich allein schon genug ist. Nämlich dann, wenn absurde Forderungen zur Norm und junge Menschen gezwungen werden, das Unmögliche trotzdem irgendwie möglich zu machen.

Die Quadratur des Kreises!
 Unternehmen wünschen sich MitarbeiterInnen, die gerade die Schule oder die Uni in Mindeststudienzeit und exzellenten Noten abgeschlossen haben, möglichst geringe Gehaltsvorstellungen haben und jahrelange Berufserfahrung aufweisen können. Wünschen kann man sich bekanntlich viel, aber die Forderung mit 22 Jahren ein Hochschulstudium mit Auszeichnung absolviert zu haben und einige Jahre Berufserfahrung zu haben, ist eher ein Fall für den Wunschzettel ans Christkind als Inhalt einer seriösen Stellenanzeige. Wie bitte soll das gehen? Ohne Berufserfahrung kriegt man heutzutage keinen Job und ohne Job kann man keine Berufserfahrung sammeln. Sollte eigentlich jedem einleuchten, dass das irgendwie nicht funktioniert!

Lösung: Praktikum?
 Auf den ersten Blick scheinen „Praktika“ der Ausweg aus diesem Dilemma zu sein: Neben der Ausbildung kann man ein wenig in den Berufsalltag hineinschnuppern, Kontakte knüpfen um nach dem Abschluss gleich einen Arbeitsplatz zu haben und die Sache mit der Stromrechnung ist damit auch erledigt. Angeblich war das bei der Cousine des Friseurs eines Freundes einer Bekannten auch tatsächlich so, aber bei den meisten schaut die Realität dann doch anders aus.

Hackeln für die Ehre!
 Bei vielen LangzeitpraktikantInnen reiht sich ein schlecht oder gar unbezahltes „Praktikum“ an das Vorhergegangene. Überstunden, keine Sozialversicherung und am Ende bleibt die Hoffnung, dass das Nächste der langersehnte Einstieg in geregelte Arbeitszeiten und kollektivvertragliche Bezahlung wird. Gleichzeitig wundern sich WissenschaftlerInnen, warum immer mehr junge Menschen, die eigentlich gute Bildungsabschlüsse haben, keine Familien gründen, in größere Wohnungen umziehen oder konkrete Zukunftspläne für die kommenden Jahre haben. Zukunftsoptimismus ist aber schwierig, wenn man nicht konkret sagen kann, wie man in drei Monaten die Miete bezahlen wird. Und war das nicht immer die Forderung von Unternehmen und „WirtschaftsexpertInnen“, dass ArbeitnehmerInnen flexibler, moderner und dynamischer werden müssen? Hurra geschafft! Die „Generation Praktikum“ ist mittlerweile schon so „modern“ dass sie sich sogar schon von der „antiquierten“ Vorstellung verabschiedet hat, für Arbeit tatsächlich bezahlt zu werden.

Gesetzliche Regelung? Doch Zynismus kann nicht die Lösung sein. Stattdessen hört man immer häufiger die Forderung nach einem „PraktikantInnen-Gesetz“, das für minimale sozialrechtliche Absicherung und zumindest ein „Taschengeld“ sorgen soll. Aber ist das wirklich sinnvoll und eine Verbesserung der jetzigen Situation? Oder ist nicht in Wahrheit eigentlich eh schon alles geregelt, nur halten sich zunehmend immer mehr Unternehmen nicht mehr an das Arbeitsrecht? Aus unserer Sicht, sind Praktika wie reguläre Arbeitsverhältnisse zu behandeln und zu entlohnen.

Luxus ArbeitnehmerInnen-Rechte!
 Aus gewerkschaftlicher Sicht ist die Sache eigentlich relativ einfach. Da gibt es erstens so genannte „Pflichtpraktikas“, deren Absolvierung im Zuge eines Lehr- oder Studienplanes als Teil der Ausbildung verpflichtend vorgeschrieben sind, zweitens Volontariate und alles andere sind ganz normale (befristete) Dienstverhältnisse. In JEDEM Fall sind aber deine Rechte und Pflichten, Arbeitsbedingungen und die Entlohnung bereits geregelt. Entweder werden sie durch den gültigen Kollektivvertrag festgelegt oder in Form von bestehenden Gesetzen. Und, um es noch mal in aller Deutlichkeit zu sagen: arbeiten ohne Bezahlung nennt sich nicht „Praktikum“ sondern Sklaverei!

Generation Praktikum- Was tun? Prinzipiell ist es so, dass beim Einstieg in den Arbeitsmarkt Berufserfahrung keine Voraussetzung für kollektivvertragliche Rechte sind. Das bedeutet, auch wenn du keinerlei Berufserfahrung hast, musst du dennoch nach dem Gehaltsschema deines KVs eingestuft werden. Wenn du Berufserfahrung mitbringst, muss dir diese in Form von „Vordienstzeiten“ angerechnet werden, d.h. mehr Geld oder früher eine Gehaltserhöhung.

Check your Job! Ganz wichtig ist zuerst einmal zu wissen, was einem zusteht. Unternehmen versuchen oft die Unwissenheit von jungen ArbeitnehmerInnen auszunützen, indem sie z.B. normale Karenzvertretungen im Sommer als „Praktikum“ bezeichnen und weniger bezahlen, als sie eigentlich müssten. Also nicht von der Bezeichnung abschrecken lassen. Es zählt nicht die Bezeichnung des Arbeitsverhältnisses, sondern welche Tätigkeiten ausgeübt werden. Wende dich am besten an die GPA-djp Jugend, wir helfen dir gerne weiter.

Ausnützen lass ich mich nicht!

  • Klär beim Bewerbungsgespräch wie viel du verdienen wirst, Arbeitszeit und welcher Kollektivvertrag Gültigkeit hat.
  • Erkundige dich bei deiner GPA-djp Regionalgeschäftsstelle deines Bundeslandes und lass, wenn du dir unsicher bist, ob das alles Rechtens ist, deinen Vertrag und deine Abrechnung überprüfen! Du kannst ausstehende Ansprüche auch im Nachhinein (gerichtlich) einfordern, allerdings gibt es Fristen nach denen dein Anspruch erlischt. Deshalb: so schnell wie möglich!
  • Unterschreib keinesfalls eine Verzichtserklärung mit der du auf alle weiteren Ansprüche verzichtest. Damit erklärst du dich nämlich einverstanden mit dem was vereinbart wurde, egal ob dir eigentlich mehr zustehen würde oder nicht!
  • Mach genaue Arbeitszeitaufzeichnungen!
  • Werde GPA-djp Mitglied, dadurch wirst du immer gute Vertreten

 

 

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