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Handelslehrlinge beklagen unbezahlte Überstunden und fehlende Ausbildung!

Umfrage unter 16.500 Lehrlingen bestätigt arbeitsrechtliche Verstöße; Betroffene beklagen fehlende Wissensvermittlung!

Fehlende Bezahlung für geleistete Überstunden sowie Samstagseinsätze, die zum Teil im Kollektivvertrag gar nicht erlaubt sind und Angst, bei Erkrankung in den Krankenstand zu gehen  – auch die aktuelle Umfrage 2013 der GPA-djp-Jugend unter den Lehrlingen im österreichischen Handel bestätigt, dass es viele Ausbildungsbetriebe mit dem Berufsausbildungsrecht nicht sehr genau nehmen. „Viele Betriebe  nehmen die Flexibilisierung der Arbeitszeit sehr locker, wenn es um ihre Lehrlinge geht“, kritisiert Helmut Gotthartsleitner, Bundesjugendsekretär in der GPA-djp (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier): „Jeder sechste Handelslehrling der rund 16.500 befragten Lehrlinge hat sich auch heuer wieder der  an unserer Umfrage beteiligt, und die größte Unzufriedenheit herrscht nach wie vor wegen nicht abgegoltener Überstunden und Arbeitszeitproblemen“. Obwohl Überstunden für Lehrlinge unter 18 Jahren verboten sind, musste jeder Zweite der Befragten bereits welche leisten. Mit 47,9 Prozent gibt fast jeder Zweite an, diese Überstunden unfreiwillig geleistet zu haben. 27,5 Prozent haben außerdem zumindest schon einmal Überstunden geleistet, ohne dafür Geld oder Zeitausgleich bekommen zu haben. Handlungsbedarf ortet Gotthartsleitner in diesem Zusammenhang nicht nur bei den Betrieben: „Es ist schon einigermaßen kurios, dass Überstunden einerseits für unter 16-Jährige verboten sind, dass es aber andererseits auch Regelungen dafür gibt, wie diese entlohnt werden.“

Auch bezüglich der Wochenendruhe werden offenbar weiterhin Rechte von Lehrlingen verletzt, erläutert Gotthartsleitner: „Ähnlich wie schon in den vergangenen Jahren gibt jeder fünfte Lehrling an, an mehr als nur an zwei Samstagen im Monat nach 13 Uhr arbeiten zu müssen, für rund sechs Prozent der Lehrlinge gilt das an jedem Samstag.“ 64,8 Prozent der Befragten geben an, diese Wochenendeinsätze unfreiwillig zu leisten.

Sorgen bereitet Gotthartsleitner außerdem, dass jeder Zehnte angibt, den unmittelbaren Druck der Vorgesetzten zu spüren, nicht in den Krankenstand zu gehen, und dass viele Lehrlinge offenbar als Hilfskräfte eingesetzt werden: „Zwar geben 87,2 Prozent der Befragten an, zufrieden mit ihrer Ausbildung zu sein. Die Aussagen derjenigen, die nicht zufrieden sind, zeigen aber deutliche Problembereiche auf – viele Betroffene klagen etwa darüber, dass niemand im Betrieb sie ausbildet oder dass sie keinen KundInnen-Kontakt haben, weil sie einen Großteil ihrer Zeit mit Putztätigkeiten oder im Lager verbringen müssen.“

„Für die GPA-djp bekommen die gebetsmühlenartigen Klagen mancher Arbeitgeber darüber, dass sie schlecht ausgebildete und uninteressierte Lehrlinge haben, schon eine neue Dimension“, resümiert Gotthartsleitner: „Unsere Umfrage macht ja leider einmal mehr deutlich, dass es leider auch viele AusbildnerInnen gibt, die nicht im geringsten daran interessiert sind, die Lehrausbildung so zu gestalten, wie es vorgeschrieben ist und wie sie junge Leute motivieren sollten. Nicht nur in diesem Sinne ist es ausgesprochen unfair, dass Lehrlinge ständig geprüft werden, während die Leistung der Ausbildungsbetriebe kaum jemanden interessiert. Wir bleiben bei unserer Forderung nach einem verpflichtenden Check auch für die Ausbilderbetriebe – daran sollen sich auch die Förderungen orientieren!“.

Hoffnung gebe, dass derzeit mit dem Sozialpartner intensiv an einem neuen Berufsbild für die Lehrausbildung im Handel gearbeitet werde, so Gotthartsleitner abschließend: „Hier haben wir die Chance, neue Kompetenzen im Berufsbild zu verankern und diesen wichtigen Lehrberuf attraktiver zu gestalten.“

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