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Mein Bachelor hat MehrWERT

Anerkennung der Mindeststudienzeit für Bachelor und Master Titel als Ausbildungszeiten in allen österreichischen KVs gefordert. GPA-djp Studierende Wien starten Kampagne.

„Laut der heuer von der GPA-djp-Jugend gemeinsam mit der ÖH durchgeführten Umfrage arbeiten über 84 Prozent der Studierenden während des Semesters. Für viele stellt das eine außerordentliche Belastung dar, Studierende arbeiten vielfach außerdem unter besonders prekären Bedingungen. Diese Situation ist nicht zu akzeptieren: „Wenn Studierende arbeiten, haben sie die gleichen Rechte wie alle anderen ArbeitnehmerInnen in Österreich. Das wollen wir ihnen mit unserer neuen Kampagne „Mein Bachelor hat MehrWERT“ näher bringen“, erklärt Christian Hofmann, Vorsitzender der Studierendengruppe Wien in der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp).

Besonders im Bereich Praktika gebe es zahlreiche Probleme, sowohl was die Bezahlung als auch was die Ausbildung von PraktikantInnen betreffe, so Hofmann weiter: „Wir wissen aus unseren Beratungen, dass sogenannte Praktika oft mehr Schein als Sein sind: von Ausbildung ist keine Rede, die Studierenden werden als Hilfskräfte eingesetzt, und das oft zum Nulltarif.“ Man könne diesbezüglich nicht alle Arbeitgeber in einen Topf werfen, einige Branchen wie Graphik & Design oder der Mediensektor falle aber besonders auf, wenn es um die Ausbeutung von studentischen Arbeitskräften gehe, so Hoffmann: „Oft verbergen sich unter dem Label des Volontariats, das eigentlich als kurzes Schnuppern gedacht ist, längere Arbeitsverhältnisse oder besser Ausbeutungsverhältnisse. Wir fordern daher die gesetzliche Abschaffung des Volontariats in seiner heutigen Form. Wo Arbeit geleistet wird, muss sie auch bezahlt werden.“

Außerdem fordert auch die Studierendengruppe Wien der GPA-djp eine gesetzliche Definition des Ausbildungsinhalts eines Praktikums ist, erklärt Hoffmann: „Die Arbeitgeber sollen ganz im Sinne der Fachkräfteausbildung darlegen, was die Ausbildungsinhalte der Praktika darstellen, die sie anbieten. Im Sinne der Leistungsgerechtigkeit müssen Praktika außerdem in jedem Fall nach dem Kollektivvertrag der Branche bezahlt werden.“

„Für viele JungakademikerInnen kommt es spätestens nach dem Abschluss ihres Studiums zu einem bösen Erwachen, wenn sie nämlich feststellen, dass ihr Abschluss keine Auswirkung auf ihr Startgehalt hat. Als Studierende in der GPA-djp Wien fordern wir deswegen die Anerkennung der Mindeststudienzeit für Bachelor und Master Titel (sechs bzw. vier Semester) als Ausbildungszeiten in allen österreichischen Kollektiverträgen! Es kann nicht sein, dass junge Menschen die Bereitschaft zeigen, zu lernen, und dann von der Wirtschaft bei der Entlohnung die kalte Schulter gezeigt bekommen. Wir werden in den kommenden Monaten mit Aktionen vor den Universitäten darauf aufmerksam machen, dass der Bachelor MehrWERT hat“, so Hofmann abschließend.

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