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Zu wenig zum Leben

Die Handelsumfrage 2014 der GPA-djp Jugend zeigt, dass mehr als die Hälfte der Befragten nicht mit ihrer Lehrlingsentschädigung zufrieden ist.

Jährlich werden die Gehälter, Löhne und Lehrlingsentschädigungen von den Gewerkschaften neu verhandelt und eine jährliche Einkommenserhöhung erreicht. Dennoch sind 56,50 Prozent der befragten Lehrlinge mit der Höhe ihrer Lehrlingsentschädigung nicht zufrieden. Nachvollziehbar, denn Wohnen, Lebensmittel, Energie und Mobilität werden stets teurer. Da bringt auch die jährliche Gehaltserhöhung oder die Erhöhung der Lehrlingsentschädigung nicht sehr viel, da die Inflation das meiste gleich wieder auffrisst. Die jungen Menschen spüren also kaum etwas von einer Gehaltserhöhung.

Anstieg an überbetrieblicher Ausbildung

Ein weiterer Grund für die Unzufriedenheit mit der Höhe der Lehrlingsentschädigung ist womöglich eine hohe Beteiligung von Lehrlingen aus überbetrieblichen Ausbildungsstätten (ÜBA) an der Umfrage. Generell steigt die Zahl junger Menschen, die nicht in Betrieben sondern in überbetrieblichen Ausbildungsstätten ihren Beruf erlernen. Wurden 1980 noch 194.089 Lehrlinge in den heimischen Betrieben ausgebildet, waren es im Jahr 2012 nur mehr 125.228. Davon wurden 9.521 Lehrlinge nicht in Betrieben ausgebildet, sondern in überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen, die vom AMS finanziert werden. Insgesamt bilden lediglich 20 Prozent der Betriebe, die das machen können, auch Lehrlinge aus.

Ungleiche Bezahlung

Nicht nur, dass junge Menschen gerne so realitätsgetreu wie möglich im Betrieb ausgebildet werden möchten, verdienen sie in überbetrieblichen Ausbildungsstätten auch entsprechend weniger. Während ein ÜBA-Lehrling im ersten und zweiten Lehrjahr 294 Euro und im dritten Lehrjahr 679,50 Euro zur Deckung des Lebensunterhaltes (DLU) bekommt, verdient ein Lehrling im Handel 504 bzw. 520 Euro im ersten Lehrjahr, 641 bzw. 661 Euro im zweiten und 913 bzw. 941 Euro im dritten Lehrjahr.

Daten und Fakten zur Umfrage

Bei der jährlichen Handelsumfrage der GPA-djp Jugend wurden im Frühjahr 2014 16.332 Fragebögen an alle Lehrlinge, die dem Kollektivvertrag Handel angehören, versandt. 2.050 Fragebögen wurden retourniert und ausgewertet. Die Teilnahme beläuft sich somit auf 12,55 Prozent.

Alle Ergebnisse auf goo.gl/Lxa5yl

Verbotene Überstunden

Überstunden sind für Lehrlinge unter 18 Jahre gesetzlich verboten. Die Handelsumfrage 2014 der GPA-djp Jugend zeigt aber, dass mehr als die Hälfte aller befragten Handelslehrlinge schon einmal Überstunden leisten musste.

Für Jugendliche gelten eigene Arbeitszeitbestimmungen. So dürfen Jugendliche bis 18 Jahre nicht länger als acht Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich arbeiten. Überstunden sind also verboten. Wenn sie dennoch Überstunden leisten, gebührt ihnen ein Zuschlag von 50 Prozent auf den Normallohn. Bei Lehrlingen, die älter als 18 Jahre alt sind, ist für die Berechnung der Überstundenentlohnung der niedrigste im Betrieb vereinbarte FacharbeiterInnenlohn bzw. das niedrigste Angestelltengehalt heranzuziehen. Kollektivverträge können auch für Lehrlinge, die noch nicht 18 Jahre alt sind, höhere Überstundenentgelte vorsehen.

Mehr als die Hälfte muss Überstunden leisten

Die Handelsumfrage der GPA-djp Jugend zeigt, dass 57,90 Prozent aller befragten Lehrlinge im Handel schon einmal Überstunden leisten musste. Bei den 16 bis 18-jährigen sind es mit 53,90 Prozent noch immer mehr als die Hälfte, und sogar 18 Prozent der unter 16-jährigen mussten Überstunden leisten. Daraus folgt, dass Betriebe gesetzliche Schutzbestimmungen für Jugendliche nicht ernstnehmen. Überstunden für Lehrlinge und Jugendliche sind nicht nur verboten, sondern auch völlig unverständlich, da Lehrlinge zur Ausbildung im Betrieb sind. Denn was soll in einer Überstunde gelernt oder gelehrt werden, was nicht auch während der regulären acht Stunden Arbeitszeit möglich ist.

Teilweise unbezahlt und unfreiwillig

Auf die Frage wie viele Überstunden die Lehrlinge pro Monat erbringen, antworteten 42,20 Prozent, dass sie bis zu fünf Überstunden pro Monat leisten, 10,60 Prozent sagen aus, dass sie bis zu 15 Überstunden erbringen und 4,70 Prozent machen sogar über 15 Überstunden im Monat. Gerade weil es sich um Lehrlinge und zum Teil auch noch Jugendliche handelt, sind diese Zahlen erschreckend. Hinzu kommt, dass 35,70 Prozent der Befragten angeben, dass ihnen zumindest einmal die Überstunden weder in Geld oder Zeit ausbezahlt wurden. 50,80 Prozent sagen auch, dass sie die Überstunden unfreiwillig erbringen haben müssen.

Daten und Fakten zur Umfrage

Bei der jährlichen Handelsumfrage der GPA-djp Jugend wurden im Frühjahr 2014 16.332 Fragebögen an alle Lehrlinge, die dem Kollektivvertrag Handel angehören, versandt. 2.050 Fragebögen wurden retourniert und ausgewertet. Die Teilnahme beläuft sich somit auf 12,55 Prozent.

Alle Ergebnisse auf goo.gl/Lxa5yl

Lehrstellen sind Mangelware

Die Handelsumfrage 2014 der GPA-djp Jugend zeigt: 50 Prozent der Befragten haben Probleme bei der Lehrstellensuche und 42,2 Prozent der Handelslehrlinge üben nicht ihren Wunschberuf aus.

Fakt ist, immer weniger Betriebe bilden Lehrlinge selbst aus. Die angebotenen Lehrstellen gehen seit den 1980ern kontinuierlich zurück. Wurden 1980 noch 194.089 Lehrlinge in den heimischen Betrieben ausgebildet, waren es im Jahr 2012 nur mehr 125.228. Davon wurden 9.521 Lehrlinge nicht in Betrieben ausgebildet, sondern in überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen, die vom AMS finanziert werden. Insgesamt bilden lediglich 20 Prozent der Betriebe, die das machen können, auch Lehrlinge aus. Dass die Bereitschaft Lehrlinge auszubilden eindeutig zurückgeht, lässt sich somit nicht leugnen.

Das zeigen auch die Ergebnisse der Umfrage, die die GPA-djp Jugend unter Lehrlingen im Handel durchführte. 50 Prozent der Befragten gaben an, dass es für sie schwer war eine Lehrstelle zu finden. Dass die Hälfte der Lehrlinge im Handel Probleme bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz hatten, stellt der Wirtschaft kein gutes Zeugnis aus und bestätigt nur, dass immer weniger Betriebe bereit dazu sind ihre eigenen, dringend benötigten Fachkräfte auszubilden. Gleichzeitig beschweren sich aber viele Unternehmer und Unternehmerinnen über einen Fachkräftemangel.

Großteils zufrieden mit Ausbildung

82,10 Prozent der befragten Lehrlinge geben an, mit der Ausbildung zufrieden zu sein. Dennoch gibt es den Jugendlichen zufolge viele Problemfelder. Einige Lehrlinge beklagen, dass sie wenig lernen, in Wahrheit auch etwas anderes lernen wollten oder zu einem großen Teil nur im Lager tätig sind. Ist das der Fall kommt es kaum zum Kundenkontakt, doch gerade im Einzelhandel stellt das Kunden- und Verkaufsgespräch einen essentiellen Teil der Lehrausbildung dar. Außerdem geben Lehrlinge an, dass sie Überstunden leisten müssten, der Druck hoch ist, der Verdienst aber gering.

Daten und Fakten zur Umfrage

Bei der jährlichen Handelsumfrage der GPA-djp Jugend wurden im Frühjahr 2014 16.332 Fragebögen an alle Lehrlinge, die dem Kollektivvertrag Handel angehören, versandt. 2.050 Fragebögen wurden retourniert und ausgewertet. Die Teilnahme beläuft sich somit auf 12,55 Prozent.

Alle Ergebnisse auf goo.gl/Lxa5yl

„Aus“ für Lehrlingsstellen in der WKÖ

Diese und andere Fordrungen stellte das GPA-djp Bundesjugendforum an diesem Wochenende auf. Florian Hohenauer wurde mit großer Mehrheit zum Bundesjugendvorsitzenden wieder gewählt.

Die Delegierten des 6. Bundesjugendforums der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) tagen seit Freitag, 20. September bis heute Sonntag im Jugendgästehaus Velden, um die personellen und inhaltlichen Weichen für die kommenden zwei Jahre zu stellen. Florian Hohenauer wurde mit großer Mehrheit als Vorsitzender bestätigt.

Zentrale Forderung bleibt die Forderung nach besseren Zukunftsperspektiven durch mehr Investitionen in die Qualität der Ausbildung, besonders für die Lehre, erklärt Hohenauer: „Dazu gehört für uns besonders die Lösung dieser Herausforderung aus der Tagespolitik. In diesem Sinne haben wir die Lehrlingsstellen auf dem Radar, die in allen Bundesländern in der Wirtschaftskammer angesiedelt sind, womit sie oftmals weniger als Ansprechstelle für gute Ausbildung, sondern vielmehr als Vertreter der Arbeitgeber agieren.“

Deutlich werde das dadurch, dass die LeiterInnen der Lehrlingsstellen meist auch die bildungspolitischen ReferentInnen der jeweiligen Wirtschaftskammer sind. „Und noch deutlicher wird das, wenn Wege gesucht und gefunden werden, um Regelungen, die zugunsten von Lehrlingen und ArbeitnehmerInnen eingeführt werden sollen, zu umgehen. Es erscheint also als logische Konsequenz, die Lehrlingsstellen in ihrer bestehenden Form aufzulösen und durch unabhängige Agenturen zur Sicherung der Ausbildungsqualität zu ersetzen“, erklärt Hohenauer den entsprechenden, vom GPA-djp Bundesjugendforum beschlossenen Antrag: „Für eine qualitativ hochwertige Lehrausbildung zu fairen Rahmenbedingungen, von der AusbildnerInnen und Jugendliche gleichermaßen profitieren, braucht es mutige Entscheidungen, die nur losgelöst von gesellschaftspolitischen Scheuklappen getroffen werden können!“

Schwerpunkt für die GPA-djp-Jugend bleibt neben der Forderung nach dem Ende von Zugangsbeschränkungen an den Universitäten auch jene nach der Abschaffung der Pflichtpraktika für SchülerInnen: „Das Pflichtpraktikum gibt es im Arbeitsrecht gar nicht, es ist also auch in den Schulgesetzen abzuschaffen und durch kollektivvertraglich abgesicherte Dienstverhältnisse zur Vertiefung des theoretischen Unterrichts zu ersetzen“, erklären Hohenauer und GPA-djp-Bundesjugendsekretär Helmut Gotthartsleitner: „Schluss mit der Ausbeutung von Jugendlichen – dafür gehen wir auch in den nächsten Jahren auf die Barrikaden, wenn es notwendig ist!“

Her mit der Ausbildungsqualität!

Her mit der Ausbildungsqualität!

Her mit der Ausbildungsqualität!

Es ist in Mode gekommen, neue Ideen zur Lehrausbildung zu präsentieren. Erst kürzlich schlug der Präsident der Wirtschaftskammer, Dr. Christoph Leitl, seine neueste Idee vor, um dem heraufbeschworenen Fachkräftemangel entgegenzuwirken. In Zukunft sollen AHS MaturantInnen und StudienabbrecherInnen eine Expresslehre absolvieren, um ins Arbeitsleben einsteigen zu können.

Zu oft werden bei der Debatte um die Zukunft der Lehrausbildung nur Superlative und leere Floskeln verwendet. Anstatt sich die Fakten anzusehen und die tatsächlichen Probleme zu bearbeiten, werden immer neue Möglichkeiten gesucht, um junge Menschen möglichst günstig zu beschäftigen. Es braucht dabei aber mehr als nur ein Lippenbekenntnis der heimischen Wirtschaft. Wurden im Jahr 1990 noch 145.516 Lehrlinge in den heimischen Betrieben ausgebildet, sind es zwanzig Jahre später nur mehr 128.078 Personen. Dies bedeutet einen Rückgang um 17.438 Personen. Da nützt es auch nichts, der demographischen Entwicklung – also dem Geburtenrückgang – die Schuld zu geben. Vielmehr muss die duale Ausbildung weiterentwickelt werden.

BETRIEBE STÄRKER IN DIE PFLICHT NEHMEN
Aktuellen Studien zufolge, bilden nur mehr 20 % oder 36.640 Mitgliedsbetriebe der Wirtschaftskammer Lehrlinge aus. Da haben alle Änderungen der gesetzlichen Grundlagen für die Lehrausbildung zugunsten der Wirtschaft keinen positiven Effekt gebracht. Auch die Schaffung einer 152 Millionen Euro schweren Lehrstellenförderung konnte keine Steigerung der Lehrlingszahlen herbeiführen. Ganz im Gegenteil, die Betriebe finden immer neue Gründe warum sie keine Lehrlinge ausbilden können. Waren es früher die Kosten, dominiert mittlerweile das Argument, dass die Jugendlichen aus der Pflichtschule kommen und nicht sinnerfassend lesen oder rechnen können, die Diskussion. All das sind nur Ausreden, um bereits gut ausgebildete BMHS AbsolventInnen in ein Lehrverhältnis drängen zu können und ihnen somit viel Geld vorzuenthalten. Dass dies bildungspolitischer Schwachsinn und eine Vergeudung von Ressourcen ist, braucht wohl nicht erwähnt werden. (mehr …)

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