Menu

Zur GPA-djp Jugend:

Infos für Handelslehrlinge:

Blog via E-Mail abonnieren

Gib Deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Schließe dich 8 anderen Abonnenten an

© 2012 Firstyme - All rights reserved.

Firstyme WordPress Theme.
Designed by Charlie Asemota.

Lohn- & Gehaltsraub an Jugendlichen geht weiter!

„Die Freude über unseren Erfolg im Kampf gegen den Lohn- und Gehaltsraub an Jugendlichen währte nicht lange: Ein knappes halbes Jahr nach dem Erlass des Wirtschaftsministers, der endlich klarstellte, welche Lehrverträge nach einer bereits absolvierten und abgeschlossenen Schulausbildung in einer berufsbildenden mittleren oder höheren Schule nicht mehr abgeschlossen werden dürfen, versuchen einzelne Arbeitgeber jetzt, diese Regelung durch die Hintertür wieder zu umgehen und Jugendliche um ein ordentliches Gehalt zu bringen“, kritisiert Helmut Gotthartsleitner, Bundesjugendsekretär der GPA-djp.

Jahrelang lag es im Ermessen des Arbeitgebers, ob und wie viel schulische Ausbildung auf die Lehrzeit angerechnet wird, ein Zustand, der für viele junge ArbeitnehmerInnen gewaltige finanzielle Einbußen bedeutete, weil Lehrlingsentschädigungen niedriger als Einstiegsgehälter sind. Im Februar führte die österreichweite Kampagne des „Bündnis Berufsberechtigung“, dem sich neben anderen Gewerkschaften auch die AK angeschlossen hatte, zum Einlenken der WKÖ und des Wirtschaftsministeriums. „Jetzt wird in allen Bundesländern versucht, diesen Erlass aufzuweichen, die Regelung soll plötzlich für sogenannte verwandte Berufe nicht mehr gelten“, berichtet Gotthartsleitner vom konkreten Fall einer Schulabsolventin: „Das bedeutet im Klartext, dass die HAK-Absolventin, die eine Stelle als Bankkauffrau und nicht als Bürokauffrau angeboten bekommt, zwei Jahre lang die Entschädigung für das zweite und dritte Lehrjahr statt des Angestelltengehalts bekommen würde – damit würden ihr in diesen beiden Jahren mindestens 26.863 Euro brutto entgehen!“

Die WKÖ jongliere mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums mit Paragraphen im Berufsausbildungsgesetz, ärgert sich Gotthartsleitner über die Begründung in diesem konkreten Fall: „Jetzt wird seitens der Wirtschaft plötzlich damit argumentiert, dass eine längere Lehrzeit als vorgesehen notwendig ist, da sonst die Berufsschule nicht zu schaffen wäre“ ärgert sich Gotthartsleitner der abermals darauf hinweist, dass die berufsbildenden mittleren und höheren Schulen hauptsächlich nach den Wünschen der Wirtschaft geschaffen wurden. „Für uns ist das ein fadenscheiniges Argument, das vom weiteren Lohn- und Gehaltsraub an Jugendlichen ablenken soll. Ein peinliches Schauspiel auf dem Rücken junger Menschen, das wir nicht akzeptieren werden“.

Schulanrechnung an Lehrzeit verhindert Lohndumping!

AbsolventInnen von mittleren und höheren Schulen haben bereits einen Abschluss! Firmen wollen nur billige Arbeitskräfte! Bezugnehmend auf einen Artikel in der Salzburger Krone möchte die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) klar stellen, dass der neue Erlass für die Anrechnungen von Schulzeiten an Lehrzeiten nun endlich ein Ausbeuten von jungen Menschen verhindert.

Mit Lehre über € 30.000,- weniger Gehalt! „In den vergangenen Jahren wurde es von manchen Betrieben einfach übertrieben! So haben Firmen systematisch nach Absolventen von mittleren und höheren Schulen gesucht um diese nach dem Schulabschluss wieder in eine Ausbildung zu drängen! In einem Handelsbetrieb beträgt der Unterschied in den 3 Lehrjahren über € 30.000,-. Dazu kommen noch diverse Förderungen, welche auch direkt den Firmen zugutekommt. Dass Betriebe nun junge Leute überhaupt den Beruf verwehren finde ich unerträglich, stützt allerdings unsere These, dass in den vergangenen Jahren einfach nur billige gut ausgebildete junge Arbeitskräfte gesucht wurden“, zeigt sich Ines Rehrl, Jugendsekretärin der GPA-djp Salzburg, empört.

Beispiel einer Annahof-Absolventin „Ich habe die HBLA in Salzburg besucht und erlebte nach meinem Abschluss einige unangenehme Überraschungen. Kein Betrieb wollte meinen Abschluss anerkennen, da ich ja anscheinend keine Praxiserfahrung vorweisen konnte. Ein halbes Jahr nach meinem Abschluss erkannte ich, dass ich am Arbeitsmarkt keine Chance hatte und lies mich von einem Reisebüro als Lehrling im 2. Lehrjahr einstellen, obwohl ich dank meiner Ausbildung einen gleichwertigen Abschluss als Bürokauffrau oder Restaurantfachfrau erworben habe.“, so die junge Betroffene.

„Die Firmen müssen ihre Verantwortung wieder mehr wahrnehmen. Es kommen aus Salzburgs Schulen gut ausgebildete junge Menschen. Das theoretische Wissen ist zu hundert Prozent vorhanden. Um Praxiserfahrung zu sammeln, müssen auch die Betriebe ihren Beitrag leisten und junge Menschen in Beschäftigung nehmen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“, ergänzt Ines Rehrl.

„Dass nun genau jene Firmen, die jahrelang von dieser Gesetzeslücke profitiert haben, als erstes laut aufschreien war uns klar. So gab es auch in der Vergangenheit genug Unternehmen, die Schulabsolventen als normale Fachkraft anstellten. Jetzt wird es Zeit, dass auch die im Artikel angesprochene Firma ihre soziale Verantwortung wahrnimmt und SchulabsolventInnen mit guten Noten auch ohne Praxiserfahrung normal anstellt und fair bezahlt“, so die Jugendsekretärin weiter.

„Wir bleiben weiterhin unserem Kurs treu, dass wir Lohndumping von jungen Menschen ganz klar verhindern wollen. Die Situation von einzelnen jungen Menschen, die sich nun genau bei jenen Firmen bewerben, welche das System ausnutzten, tut uns natürlich leid. Wir sind uns aber sicher, dass es für fleißige Schülerinnen und Schüler viele Betriebe gibt, die sich der Leistung und des Könnens der jungen Leute durchaus bewusst sind“, so Ines Rehrl abschließend.

%d Bloggern gefällt das: