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Verbotene Überstunden

Überstunden sind für Lehrlinge unter 18 Jahre gesetzlich verboten. Die Handelsumfrage 2014 der GPA-djp Jugend zeigt aber, dass mehr als die Hälfte aller befragten Handelslehrlinge schon einmal Überstunden leisten musste.

Für Jugendliche gelten eigene Arbeitszeitbestimmungen. So dürfen Jugendliche bis 18 Jahre nicht länger als acht Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich arbeiten. Überstunden sind also verboten. Wenn sie dennoch Überstunden leisten, gebührt ihnen ein Zuschlag von 50 Prozent auf den Normallohn. Bei Lehrlingen, die älter als 18 Jahre alt sind, ist für die Berechnung der Überstundenentlohnung der niedrigste im Betrieb vereinbarte FacharbeiterInnenlohn bzw. das niedrigste Angestelltengehalt heranzuziehen. Kollektivverträge können auch für Lehrlinge, die noch nicht 18 Jahre alt sind, höhere Überstundenentgelte vorsehen.

Mehr als die Hälfte muss Überstunden leisten

Die Handelsumfrage der GPA-djp Jugend zeigt, dass 57,90 Prozent aller befragten Lehrlinge im Handel schon einmal Überstunden leisten musste. Bei den 16 bis 18-jährigen sind es mit 53,90 Prozent noch immer mehr als die Hälfte, und sogar 18 Prozent der unter 16-jährigen mussten Überstunden leisten. Daraus folgt, dass Betriebe gesetzliche Schutzbestimmungen für Jugendliche nicht ernstnehmen. Überstunden für Lehrlinge und Jugendliche sind nicht nur verboten, sondern auch völlig unverständlich, da Lehrlinge zur Ausbildung im Betrieb sind. Denn was soll in einer Überstunde gelernt oder gelehrt werden, was nicht auch während der regulären acht Stunden Arbeitszeit möglich ist.

Teilweise unbezahlt und unfreiwillig

Auf die Frage wie viele Überstunden die Lehrlinge pro Monat erbringen, antworteten 42,20 Prozent, dass sie bis zu fünf Überstunden pro Monat leisten, 10,60 Prozent sagen aus, dass sie bis zu 15 Überstunden erbringen und 4,70 Prozent machen sogar über 15 Überstunden im Monat. Gerade weil es sich um Lehrlinge und zum Teil auch noch Jugendliche handelt, sind diese Zahlen erschreckend. Hinzu kommt, dass 35,70 Prozent der Befragten angeben, dass ihnen zumindest einmal die Überstunden weder in Geld oder Zeit ausbezahlt wurden. 50,80 Prozent sagen auch, dass sie die Überstunden unfreiwillig erbringen haben müssen.

Daten und Fakten zur Umfrage

Bei der jährlichen Handelsumfrage der GPA-djp Jugend wurden im Frühjahr 2014 16.332 Fragebögen an alle Lehrlinge, die dem Kollektivvertrag Handel angehören, versandt. 2.050 Fragebögen wurden retourniert und ausgewertet. Die Teilnahme beläuft sich somit auf 12,55 Prozent.

Alle Ergebnisse auf goo.gl/Lxa5yl

Lehrstellen sind Mangelware

Die Handelsumfrage 2014 der GPA-djp Jugend zeigt: 50 Prozent der Befragten haben Probleme bei der Lehrstellensuche und 42,2 Prozent der Handelslehrlinge üben nicht ihren Wunschberuf aus.

Fakt ist, immer weniger Betriebe bilden Lehrlinge selbst aus. Die angebotenen Lehrstellen gehen seit den 1980ern kontinuierlich zurück. Wurden 1980 noch 194.089 Lehrlinge in den heimischen Betrieben ausgebildet, waren es im Jahr 2012 nur mehr 125.228. Davon wurden 9.521 Lehrlinge nicht in Betrieben ausgebildet, sondern in überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen, die vom AMS finanziert werden. Insgesamt bilden lediglich 20 Prozent der Betriebe, die das machen können, auch Lehrlinge aus. Dass die Bereitschaft Lehrlinge auszubilden eindeutig zurückgeht, lässt sich somit nicht leugnen.

Das zeigen auch die Ergebnisse der Umfrage, die die GPA-djp Jugend unter Lehrlingen im Handel durchführte. 50 Prozent der Befragten gaben an, dass es für sie schwer war eine Lehrstelle zu finden. Dass die Hälfte der Lehrlinge im Handel Probleme bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz hatten, stellt der Wirtschaft kein gutes Zeugnis aus und bestätigt nur, dass immer weniger Betriebe bereit dazu sind ihre eigenen, dringend benötigten Fachkräfte auszubilden. Gleichzeitig beschweren sich aber viele Unternehmer und Unternehmerinnen über einen Fachkräftemangel.

Großteils zufrieden mit Ausbildung

82,10 Prozent der befragten Lehrlinge geben an, mit der Ausbildung zufrieden zu sein. Dennoch gibt es den Jugendlichen zufolge viele Problemfelder. Einige Lehrlinge beklagen, dass sie wenig lernen, in Wahrheit auch etwas anderes lernen wollten oder zu einem großen Teil nur im Lager tätig sind. Ist das der Fall kommt es kaum zum Kundenkontakt, doch gerade im Einzelhandel stellt das Kunden- und Verkaufsgespräch einen essentiellen Teil der Lehrausbildung dar. Außerdem geben Lehrlinge an, dass sie Überstunden leisten müssten, der Druck hoch ist, der Verdienst aber gering.

Daten und Fakten zur Umfrage

Bei der jährlichen Handelsumfrage der GPA-djp Jugend wurden im Frühjahr 2014 16.332 Fragebögen an alle Lehrlinge, die dem Kollektivvertrag Handel angehören, versandt. 2.050 Fragebögen wurden retourniert und ausgewertet. Die Teilnahme beläuft sich somit auf 12,55 Prozent.

Alle Ergebnisse auf goo.gl/Lxa5yl

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