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Der 8. Dezember kann auch im Handel ein Feiertag sein

bilderbox.com

(bilderbox.com)

Viele ÖsterreicherInnen freuen sich darauf, das bevorstehende verlängerte freie Wochenende zu genießen – eine Erholungspause, die für Hunderttausende Angestellte im Handel nicht gilt: Sie tragen mit ihrer Arbeit am 8. Dezember sehr wesentlich dazu bei, dass die Weihnachtsumsätze auch heuer wieder stimmen. „Diese aufgrund von Weihnachtshektik, Sonderangeboten und Feiertagsrabatten vielerorts anstrengende Arbeit muss dementsprechend honoriert werden“, erinnert Wolfgang Katzian, Vorsitzender der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) die Unternehmen daran, sich an die im Kollektivvertrag geregelten Rahmenbedingungen zu halten:

Sonderregeln am 8.Dezember
Geschäfte dürfen am 8. Dezember zwischen 10.00 und 18.00 Uhr geöffnet haben. Der Arbeitseinsatz ist freiwillig, die Angestellten können laut Kollektivvertrag am Feiertag nicht gegen ihren Willen eingesetzt werden. Der Arbeitgeber muss für den Feiertag das laufende Feiertagsentgelt bezahlen, egal ob gearbeitet wird oder nicht. Arbeiten Handelsangestellte im Rahmen ihrer normal üblichen Arbeitszeit am Feiertag, dann ist diese Arbeitszeit zusätzlich zum Feiertagsentgelt abzugelten. Arbeiten die Handelsangestellten außerhalb ihrer normalen Arbeitszeiteinteilung am 8. Dezember, dann steht ihnen zusätzlich zum Feiertagsentgelt ein Überstundenzuschlag von 100% zu. Für Arbeitsleistungen bis zu 4 Stunden kommt Zeitausgleich in der Höhe eines halben Tages dazu, für Arbeitsleistungen über 4 Stunden gebührt Zeitausgleich in der Höhe eines ganzen Tages. Dieses Zeitguthaben muss bis zum 31. März 2015 aufgebraucht werden.

Zuschläge
Außerdem dürfen auch die besonderen Zuschläge nicht vergessen werden, so Katzian weiter. So werden beispielsweise geringfügig Beschäftigte besonders in der angeblich ruhigsten Zeit des Jahres auch zu Zeiten eingesetzt, in denen Zuschläge anfallen: im Abendverkauf nach 18.30 Uhr oder an Samstagen nach 13.00 Uhr. „Für alle diese Zeiten gibt es Zuschläge, auf die auch geringfügig Beschäftigte Anspruch haben.“

Dank an Unternehmen, die ihren Angestellten einen freien Tag schenken!
Auch heuer haben sich führende Handelsunternehmen wieder dazu entschlossen, den 8. Dezember geschlossen zu halten, um ihren Angestellten zumindest einen freien Tag im Advent zu ermöglichen, so Wolfgang Katzian abschließend: „Das bedeutet Wertschätzung für die Leistung der Angestellten, bei diesen Unternehmen bedanken wir uns! Die Arbeitszeit ist einer der Taktgeber für den Wohlstand unserer Gesellschaft, weil zum Wohlstand natürlich auch die gemeinsame Freizeit gehört und das gilt auch für Handelsangestellte. In diesem Sinne bleiben wir dabei, dass die Arbeit an Sonn- und Feiertagen die Ausnahme bleiben muss!“

Praktikum: 50 Stunden die Woche für einen Hungerlohn arbeiten? Nicht mit uns!

Protest

Viele SchülerInnen und Studierende arbeiten neben ihrer Ausbildung oder in den Ferien. Das an sich ist nicht weiter ungewöhnlich, doch seit einigen Jahren gibt es den Trend zur „Gratisarbeit“. Die eigentlich normalste Sache der Welt, nämlich arbeiten um Geld zu verdienen, wird zunehmend zu einer „Ehre“, die für sich allein schon genug ist. Nämlich dann, wenn absurde Forderungen zur Norm und junge Menschen gezwungen werden, das Unmögliche trotzdem irgendwie möglich zu machen.

Die Quadratur des Kreises!
 Unternehmen wünschen sich MitarbeiterInnen, die gerade die Schule oder die Uni in Mindeststudienzeit und exzellenten Noten abgeschlossen haben, möglichst geringe Gehaltsvorstellungen haben und jahrelange Berufserfahrung aufweisen können. Wünschen kann man sich bekanntlich viel, aber die Forderung mit 22 Jahren ein Hochschulstudium mit Auszeichnung absolviert zu haben und einige Jahre Berufserfahrung zu haben, ist eher ein Fall für den Wunschzettel ans Christkind als Inhalt einer seriösen Stellenanzeige. Wie bitte soll das gehen? Ohne Berufserfahrung kriegt man heutzutage keinen Job und ohne Job kann man keine Berufserfahrung sammeln. Sollte eigentlich jedem einleuchten, dass das irgendwie nicht funktioniert!

Lösung: Praktikum?
 Auf den ersten Blick scheinen „Praktika“ der Ausweg aus diesem Dilemma zu sein: Neben der Ausbildung kann man ein wenig in den Berufsalltag hineinschnuppern, Kontakte knüpfen um nach dem Abschluss gleich einen Arbeitsplatz zu haben und die Sache mit der Stromrechnung ist damit auch erledigt. Angeblich war das bei der Cousine des Friseurs eines Freundes einer Bekannten auch tatsächlich so, aber bei den meisten schaut die Realität dann doch anders aus.

Hackeln für die Ehre!
 Bei vielen LangzeitpraktikantInnen reiht sich ein schlecht oder gar unbezahltes „Praktikum“ an das Vorhergegangene. Überstunden, keine Sozialversicherung und am Ende bleibt die Hoffnung, dass das Nächste der langersehnte Einstieg in geregelte Arbeitszeiten und kollektivvertragliche Bezahlung wird. Gleichzeitig wundern sich WissenschaftlerInnen, warum immer mehr junge Menschen, die eigentlich gute Bildungsabschlüsse haben, keine Familien gründen, in größere Wohnungen umziehen oder konkrete Zukunftspläne für die kommenden Jahre haben. Zukunftsoptimismus ist aber schwierig, wenn man nicht konkret sagen kann, wie man in drei Monaten die Miete bezahlen wird. Und war das nicht immer die Forderung von Unternehmen und „WirtschaftsexpertInnen“, dass ArbeitnehmerInnen flexibler, moderner und dynamischer werden müssen? Hurra geschafft! Die „Generation Praktikum“ ist mittlerweile schon so „modern“ dass sie sich sogar schon von der „antiquierten“ Vorstellung verabschiedet hat, für Arbeit tatsächlich bezahlt zu werden.

Gesetzliche Regelung? Doch Zynismus kann nicht die Lösung sein. Stattdessen hört man immer häufiger die Forderung nach einem „PraktikantInnen-Gesetz“, das für minimale sozialrechtliche Absicherung und zumindest ein „Taschengeld“ sorgen soll. Aber ist das wirklich sinnvoll und eine Verbesserung der jetzigen Situation? Oder ist nicht in Wahrheit eigentlich eh schon alles geregelt, nur halten sich zunehmend immer mehr Unternehmen nicht mehr an das Arbeitsrecht? Aus unserer Sicht, sind Praktika wie reguläre Arbeitsverhältnisse zu behandeln und zu entlohnen.

Luxus ArbeitnehmerInnen-Rechte!
 Aus gewerkschaftlicher Sicht ist die Sache eigentlich relativ einfach. Da gibt es erstens so genannte „Pflichtpraktikas“, deren Absolvierung im Zuge eines Lehr- oder Studienplanes als Teil der Ausbildung verpflichtend vorgeschrieben sind, zweitens Volontariate und alles andere sind ganz normale (befristete) Dienstverhältnisse. In JEDEM Fall sind aber deine Rechte und Pflichten, Arbeitsbedingungen und die Entlohnung bereits geregelt. Entweder werden sie durch den gültigen Kollektivvertrag festgelegt oder in Form von bestehenden Gesetzen. Und, um es noch mal in aller Deutlichkeit zu sagen: arbeiten ohne Bezahlung nennt sich nicht „Praktikum“ sondern Sklaverei!

Generation Praktikum- Was tun? Prinzipiell ist es so, dass beim Einstieg in den Arbeitsmarkt Berufserfahrung keine Voraussetzung für kollektivvertragliche Rechte sind. Das bedeutet, auch wenn du keinerlei Berufserfahrung hast, musst du dennoch nach dem Gehaltsschema deines KVs eingestuft werden. Wenn du Berufserfahrung mitbringst, muss dir diese in Form von „Vordienstzeiten“ angerechnet werden, d.h. mehr Geld oder früher eine Gehaltserhöhung.

Check your Job! Ganz wichtig ist zuerst einmal zu wissen, was einem zusteht. Unternehmen versuchen oft die Unwissenheit von jungen ArbeitnehmerInnen auszunützen, indem sie z.B. normale Karenzvertretungen im Sommer als „Praktikum“ bezeichnen und weniger bezahlen, als sie eigentlich müssten. Also nicht von der Bezeichnung abschrecken lassen. Es zählt nicht die Bezeichnung des Arbeitsverhältnisses, sondern welche Tätigkeiten ausgeübt werden. Wende dich am besten an die GPA-djp Jugend, wir helfen dir gerne weiter.

Ausnützen lass ich mich nicht!

  • Klär beim Bewerbungsgespräch wie viel du verdienen wirst, Arbeitszeit und welcher Kollektivvertrag Gültigkeit hat.
  • Erkundige dich bei deiner GPA-djp Regionalgeschäftsstelle deines Bundeslandes und lass, wenn du dir unsicher bist, ob das alles Rechtens ist, deinen Vertrag und deine Abrechnung überprüfen! Du kannst ausstehende Ansprüche auch im Nachhinein (gerichtlich) einfordern, allerdings gibt es Fristen nach denen dein Anspruch erlischt. Deshalb: so schnell wie möglich!
  • Unterschreib keinesfalls eine Verzichtserklärung mit der du auf alle weiteren Ansprüche verzichtest. Damit erklärst du dich nämlich einverstanden mit dem was vereinbart wurde, egal ob dir eigentlich mehr zustehen würde oder nicht!
  • Mach genaue Arbeitszeitaufzeichnungen!
  • Werde GPA-djp Mitglied, dadurch wirst du immer gute Vertreten

 

 

Elektro-/ Elektronikindustrie: Kollektivvertragsabschluss bringt für Lehrlinge mind. 1.000 Euro mehr ins Sackerl!

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Bei den Kollektivvertragsverhandlungen der Elektro- und Elektronikindustrie für 2013 (Gültig ab: 1. Mai 2013) konnte eine Erhöhung der Lehrlingsentschädigungen 3,2 Prozent für dich erreicht werden. Wir sind deine Gewerkschaft und darum ist es uns wichtig, dass du über deine Rechte Bescheid weißt und für deine Arbeit auch entsprechend bezahlt wirst. Wir setzen uns für dich ein, und sind dafür verantwortlich, dass:
  • du ab 1. Mai 2013 im 1. Lehrjahr um 17,30 Euro/Monat, im 2. Lehrjahr um 22,99 Euro/Monat und im 3. Lehrjahr um 31,13 Euro/Monat und im allfälligen 4. Lehrjahr um 42,04 Euro/Monat mehr verdienst und das 14 mal im Jahr!
  • das bedeutet, dass du im 1. Lehrjahr um 242,20 Euro/Jahr, im 2. Lehrjahr um 321,86 Euro/Jahr und im 3. Lehrjahr um 435,82 Euro/Jahr mehr im Sackerl hast. Hast du vier Lehrjahre, bekommst du im 4. Lehrjahr um 588,56 Euro mehr aufs Konto.
  • du bei erfolgreicher Ablegung der Lehrabschlussprüfung eine Prämie bekommst.
  • es in deinem Betrieb die 38,5 Stunden-Woche überhaupt gibt. Denn die gesetzliche Arbeitszeit beträgt 40 Stunden pro Woche!
  • die Kosten für das Berufsschulinternat dein Arbeitgeber bezahlen muss und nicht du selbst.
  • es Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld überhaupt gibt. Denn ohne Kollektivvertrag gibt es keinen Anspruch auf diese Sonderzahlungen.
  • die Behaltefrist in der Elektro-/Elektronikindustrie 6 Monate und nicht wie im Gesetz geregelt nur 3 Monate beträgt. Außerdem muss sie auf den Monatsletzten ausgeweitet werden, was dir zusätzliche Zeit bringt.

(mehr …)

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